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  Die ASG 29 sorgt auch mit 15m in der Rennklasse für Wirbel

Tassilo Bode berichtet im OLC über seine Erfahrungen mit der ASG 29-15m


Dass die ASW 27 in der Rennklasse ein absolutes Spitzenprodukt ist, haben die vielen nationalen und internationalen Wettbewerbserfolge gezeigt. Dass die neue ASG 29 in der 15m-Version nicht nur gleichzieht, haben viele Piloten bisher bestätigt. Letztendlich sind es die konsequenten vielen kleinen Änderungen und Verbesserungen, mit denen Michael Greiner diesem Flugzeug in der Summe eine ganz neue Charakteristik mit auf den Weg geben konnte.

Sehr erfreulich war auch Tassilo Bodes 2. Platz mit der ASG 29-15m beim Gliding Grand Prix auf der Hahnweide im letzten Sommer. Zuvor war schon Paul Brice bei den 15 Meter British Nationals auf den 5. Platz vorgeflogen. Beide Piloten hatten ihr Flugzeug erst unmittelbar vor den Wettbewerben bekommen, hatten keinerlei Eingewöhnungszeit zur Verfügung.

Im OLC berichtet Tassilo Bode von seinen Erfahrungen mit der ASG 29-15m während des Gliding Grand Prix auf der Hahnweide. Wir danken Reiner Rose vom OLC ganz herzlich, dass er uns diesen Bericht zur Verfügung stellt:

Als Offene-Klasse Pilot war ich natürlich gespannt wie mir der Umstieg auf einen 15m-Flieger gelingen würde. Da ich leider keine Möglichkeit hatte, das Flugzeug vor dem Grand Prix zu fliegen, war ich um so erleichterter, als ich mich nach dem ersten Start (1. Wertungstag!) sofort rundum wohl fühlte.

Im Sicherheitscockpit kann man wie bei den bisherigen Schleicherflugzeugen sehr gut und bequem sitzen. Die verstellbare Sitzschale lässt sich immer optimal einstellen. Auch die Sicht aus dem Cockpit ist sehr gut. Alle Hebel, wie Wölb- und Bremsklappen, sind optimal positioniert. Dafür ist AS Flugzeugbau ja schon seit Jahren bekannt.

Nun zum Fliegen selbst:
Die Abstimmung ist perfekt. Einzig das für 18m ausgelegte Seitenruder ist etwas groß. Da ich dies aus der Offenen Klasse überhaupt nicht kenne, war es eine kleine Umgewöhnung, das Seitenruder mit Bedacht zu bedienen. Aber nach kurzer Zeit hatte ich das im Griff. Durch den Hecktank lässt sich der Schwerpunkt trotz Wasserballast in den Flügeln optimal einstellen. Genau ausgewogen stieg die 29 mindestens genauso gut wie die Flugzeuge meiner Konkurrenten. Ich hatte zu keinem Zeitpunkt - sei es bei sehr schwachem Hangwind oder sehr guter Thermik - das Gefühl in einem schlechteren Flugzeug zu sitzen. Eher das Gegenteil war der Fall.

Mir persönlich ist es natürlich sehr wichtig, dass man mit einem Wettbewerbsflugzeug bei sehr schwacher Thermik oder bei schwachem Hangwind immer noch "mitsteigen" kann. Dies war immer der Fall, auch wenn wir mit relativ viel Wasser geflogen sind. Das Handling verschlechterte sich mit Wasser ebenfalls nicht. Im Gegenteil, ich hatte das Gefühl, dass die 29 im Vergleich zur ASW 27, die ich einige Jahre geflogen bin, deutlich besser geworden ist. Man merkt über das Querruder deutlicher die Thermik, und fliegt nicht wie ein Blinder in den Aufwind, ohne diesen wahrzunehmen. Die Thermikfühligkeit ist bei der 29 hervorragend.

Zum Gleiten muss man eigentlich nicht viel sagen. Da waren die Flugzeuge von Schleicher schon immer gut. Nun hat Konstrukteur Michael Greiner aber noch das Steigen mit hinzugepackt und somit eine perfekte Maschine für die 15m Klasse entworfen. Entscheidet man sich für eine 29 und bestellt auch noch die 15m-Ohren dazu, erhält man meiner Meinung nach ein sehr alltags- und wettbewerbstaugliches Flugzeug der Rennklasse.

Wie nun die 29 in der 18m-Konfiguration fliegt, kann ich bisher leider noch nicht beurteilen. Doch die bisherigen Ergebnisse auf nationalen und internationalen Meisterschaften im Premierenjahr 2006 lassen erkennen, dass Schleicher und seinem Konstrukteur Michael Greiner ein sehr guter Wurf gelungen ist.

Tassilo Bode