Mit der Entwicklung der ASH 25 betrat Schleicher seinerzeit Neuland,
weshalb auch die beispiellose Erfolgsgeschichte dieses Flugzeuges keinesfalls
vorhersehbar war. Wohlüberlegte Modifikationen und eine besonnene
Modellpflege sorgten nicht zuletzt für eine sehr lange Produktionszeit von mehr
als 20 Jahren, in denen über 260 Flugzeuge gebaut wurden - somit nimmt die
ASH 25 in der Offenen Klasse unangefochten den Spitzenplatz ein.
Mit den gewachsenen Forderungen an Leistung und Komfort stößt man bei den
Grundkomponenten wie Rumpf oder Flügel dennoch zunehmend
an Grenzen - Kompromisse wären unumgänglich.
Kompromisslos deshalb unser Entschluss...
mit der ASH 30 Mi eine vollkommene Neuentwicklung
für das Fliegen zu zweit in der Offenen Klasse zu präsentieren.
Schon während der Entwicklung der ASG 29 - dem 18m-Klasse-Einsitzer - wurde
bei der Auslegung der Flügelgeometrie eine spätere Verwendung dieses Flügels
als Außenflügel für die ASH 30 Mi vorgesehen. Die Leistungsfähigkeit dieser
Auslegung hat die ASG 29 eindrucksvoll bewiesen. Somit halten nun auch
vollkommen neue Profilgeometrien Einzug in die Offene Klasse. Die fast elliptische
Auftriebsverteilung vermindert den induzierten Widerstand deutlich wirkungsvoller
als mehr Spannweite um jeden Preis.
In der Spannweite von 26,5 m und der Flügelfläche von 17,1 qm sehen wir das
Optimum für das große Einsatzspektrum dieses Höchstleistungsflugzeuges, um
im Segelflugzeug aber auch im selbststartenden Motorsegler schwächere
Wetterlagen gut nutzen zu können. Die Profilierung von nur etwa 13% Dicke
sorgt zudem für hervorragende Schnellflugleistungen. Gerade hierbei hat man
bewusst auf eine noch größere Flügelspannweite verzichtet, da diese im
Widerspruch zu unseren Zielvorstellungen steht.
Der Flügel ist 4-teilig mit zusätzlich abnehmbaren Winglets. In den Wölbklappen
und Querrudern befinden sich Blasturbulatoren. Alle Ruderschlitze sind zudem
auf der Flügelober- und Unterseite serienmäßig mit Mylarbändern abgedichtet.
Der neuentwickelte Rumpf bietet nun erstmals die Möglichkeit, für den Offene-Klasse-Piloten
eine Arbeitsumgebung zu schaffen, wie er sie aus einem Einsitzer
kennt. Die ASH 30 Mi wird im Cockpit sehr viele Eindrücke aus der ASH 26 E
vermitteln und damit auch sehr großen Piloten mit über zwei Metern Körpergröße
ähnlich gute Platzverhältnisse bieten.
Ebenso ist auch die Position der vorderen Haube vergleichbar mit der ASH 26 E,
was für die Sicht nach vorn eine Neuerung für einen Offene-Klasse-Doppelsitzer
darstellt. Machbar ist dies natürlich nur mit der bewährten Zweiteilung der Haube,
die wiederum auch den Sicherheitsaspekt des Notausstiegs besser berücksichtigt.
Eine bessere Passung der Hauben bei Temperaturunterschieden und ein bequemerer
Ein- und Ausstieg sind weitere wichtige Gesichtspunkte.
Auch im hinteren Sitz bietet sich dem Piloten eine ähnliche Sitzposition wie im
Einsitzer. Bei der Beinfreiheit orientiert sich die ASH 30 Mi an den Platzverhältnissen
in der ASK 21. Optimale H-Punkt-Positionen in beiden Sitzwannen gewährleisten
eine bestmögliche Wirkung der Anschnallgurte.
Sicherheitsrelevante Details wie z.B. der mit der Haube nach oben klappende
Instrumentenpilz im vorderen Cockpit sind selbstverständlich, ebenso auch
automatische Ruderanschlüsse. Der notwendige Einbauraum für ein groß
dimensioniertes und weit nach vorne schwenkendes Fahrwerk schließt den Einbau
automatischer Steuerungsanschlüsse und deren Anlenkung an der Wurzelrippe
nicht aus. Schon bei der ASH 26 E wurde das auch in Verbindung mit dem
Triebwerkseinbau realisiert. Die weit vorn sitzende Position des ausgefahrenen
Fahrwerks macht ein Bugrad überflüssig.
Als Antrieb dient die mittlerweile in fast 400 Flugzeugen eingebaute Schleicher-Triebwerkseinheit
mit Drehkolbenmotor (41 kW) von Diamond Engines und dem
auf Startleistung optimierten Propeller aus eigener Fertigung. Dank der
elektronischen Benzineinspritzung ist die Triebwerksbedienung denkbar einfach
und gewährleistet auch in großen Höhen oder bei hohen Temperaturen eine
optimale Gemischaufbereitung.
Serienmäßige Ausstattung...
hochwertige Acryllackierung
Wasserballastanlage in den Außenflügeln
gefedertes Hauptfahrwerk mit großem 380x150 mm Rad
hydraulische Scheibenbremse
automatische Ruderanschlüsse
je eine zusätzliche Lüftungsdüse an der rechten Bordwand in beiden Cockpits
Anschnallgurte mit Zentralschloss
Batteriehalterung in der Seitenflosse
Multisonde in der Seitenflosse
Als Sonderausstattung erhältlich unter anderem...
getönte Hauben
Solaranlage auf den Motorraumklappen
lenkbares Spornrad und Flügelrädchen
Mückenputzergaragen
Wassertank in der Seitenflosse
zusätzlicher Benzintank im Flügel
Triebwerks-Zweitbedienung hinten
Kohlefaserstoßstangen im Flügel
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