2021 Jun.

Die AS 33 gewinnt drei Meisterschaften in Folge!

Nach dem Sieg in Österreich zeigt die AS 33 auch in Polen und Finnland ihre Klasse.

Nachdem die AS 33 den ersten 1000 km Flug und das erste 1000 km Dreieck mit Christian Mäx flog und in der 15 m Variante mit Guido Achleitner den ersten Wettbewerb gewann, bleibt sie weiterhin auf der Erfolgspur.
Gleich zwei Siege konnten wir am Wochenende feiern. In Polen gab es einen 8 Wertungstage langen Krimi, der sich am letzten Tag entschied. In Finnland lies Petri Sucksdorff die AS 33 von der Leine und konnte kurz vor dem Ende die Führung zurückerobern.

Vom 3. - 13. Juni fand in Polen die National Open Class Championship statt.

Das Grid in Polen

Das Grid in Polen

Hier war die AS 33 in der 18 m Version mit Pilot Sebastian Huhmann vertreten. Wer die Meisterschaft verfolgte konnte feststellen, dass hier sehr hart um den ersten Platz gekämpft wurde. Am Ende liegen Platz 1 und 2 nur 7 Punkte auseinander. Sebastian Huhmann schaffte es am Ende sich mit der AS 33 Es „2U“ zu behaupten und gewann vor Lukasz Wojcik in der ASG 29. Auf Platz 3 landete Jan Umlauf der Teampartner von Sebastian in seiner JS3. Damit standen die beiden Deutschen vom HAC Boberg zusammen auf dem Treppchen.

Ihr Plan war es erstmal Erfahrung auf dem neuen Flugzeug zu sammeln.

Sebastian hatte bis dato nur 3 Starts auf der AS 33 Es. Da man, solange das Wetter mitmacht, auf einem Wettbewerb viel fliegt, ist es die perfekte Umgebung um sein Flugzeug in allen Situationen kennenzulernen. Und der Plan ging auf, denn in 10 Tage konnte ca. 40 Stunden geflogen werden.

Da 2021 in Deutschland bisher aber alle Meisterschaften gecancelt wurden, hat sich das Team die nationale polnische Meisterschaft der offenen Klasse ausgesucht. Ein Teilnehmerfeld, welches gefüllt war mit Welt- und Europameisterschaftspodiumsbesuchern.

Die "2U" wartet auf ihren nächsten Flug

Die "2U" wartet auf ihren nächsten Flug

Sebastian hat in den letzten 25 Jahren mehr als 50 Wettbewerbe geflogen doch nach einer 2-jährigen Wettbewerbspause muss man auch mit dieser Erfahrung erstmal seinen Rhythmus zurückfinden. Die Intuition für die schnellen Entscheidungen muss zurückkommen. Da hilft es natürlich sehr, wenn man ein Flugzeug hat, auf das man sich nicht so stark konzentrieren muss. Da das Team aus 33 und JS3 in Polen ihre ersten Meisterschaftserfahrungen machte, waren die Ziele erstmal nicht zu hochgesteckt.

Symptomatisch dafür beschreibt Sebastian den ersten Wertungstag:

„Nach der vorletzten Wende am Flugplatz sollte es eigentlich nochmals ca. 70 km nach Westen gehen. Es war klar, dass es eine reine Streckenwertung geben würde.  Als wir dann den Gleitwinkelbereich des Flugplatzes wieder verließen, entschieden wir uns in ca. 900 Meter Höhe bei aussichtsloser Optik nach vorne zur Rückkehr zum Platz … und verschenkten so ca. 60 Punkte.  Die Platzierung war uns am Anfang total egal, wir wollten Erfahrung sammeln“

Von Tag zu Tag kam er mit der AS 33 immer besser klar und flog ab Tag 3 immer mit 600 kg Abfluggewicht, welches eine 60er Flächenbelastung ist. Am 5. Wertungstag konnten die beiden dann zurück in den Rhythmus finden. Punktgleich auf dem 1. Platz mit 146kmh Schnittgeschwindigkeit auf der 2:15 h langen AAT. Damit waren sie 4 km/h vor dem Nächstplatzierten.

Am 6. Wertungstag konnten sie sich direkt wieder auf Tagesplatz 1 und 2 wiederfinden. 128 km/h über die 3h AAT. Das bedeutete auch in der Gesamtwertung der Sprung auf Platz 2 und 4.

Mit den Teamplatzierungen 3&6 sowie 3&4 an den nächsten beiden Tagen schoben die beiden sich auf Gesamtwertungsplatz 1 und 3. Nur Vizeweltmeister und Ehemaliger Europameister Lukasz Wojcik in einer ASG 29 konnte sich noch zwischen das Team auf den 2. Platz setzen.

Sebastian Huhmann bei der Landung mit der AS 33 Es

Sebastian Huhmann bei der Landung mit der AS 33 Es

Sein Fazit zur AS 33 liest sich wie folgt:

„Die Flugeigenschaften würde ich ähnlich denen der ASG 29 bezeichnen.  Durch den steiferen Flügel wird die Thermik etwas besser angezeigt.  Auch mit der 60er Flächenbelastung und dem neuen Profil ist das Steigen mit anderen Flugzeugen leichterer Flächenbelastung problemlos möglich.  Die Stärken spielt die 33 dann allerdings beim Gleiten aus.  An den 8 Wertungstagen wurde ich nicht einmal von einem anderen Flugzeug im Endanflug überholt.  Auch sonst gab einem der Flieger das Gefühl, die Situation fast immer „unter Kontrolle“ zu haben.  Es war in entscheidenden Wettbewerbssituationen fast immer möglich zu reagieren.

Hervorzuheben sind außerdem noch die schon von Christian Mäx beschriebenen Änderungen, die das komplette Bodenhandling erheblich erleichtern.  Ein nicht zu unterschätzender Vorteil im Wettbewerb.

Außerdem möchte ich mich sehr herzlich bei den Polen für ihre Gastfreundschaft bedanken!   Wir wurden sehr herzlich aufgenommen.  Der Wettbewerb war von einem jungen und motiviertem Team perfekt organisiert.“

Glückwunsch vom ganzen Team an Sebastian, Jan und natürlich Lukasz! Eine tolle Leistung!

Die Wertung findet ihr hier:
Soaring Spot :: 46in Polish Gliding Championship in Open Class

Das finale Podium in Polen

Das finale Podium in Polen

Onnittelut voitosta nach Finnland!

Zeitgleich fanden in Finnland die Räyskälä Masters statt. Der 29 Jahre alte Petri Sucksdorff konnte sich hier, nach 6 Wertungstagen, an der Spitze behaupten und das Rennen für sich entscheiden. Vor der Meisterschaft hatte er 1000 Segelflugstunden, davon 370 auf der ASG29 und war begeistert von der AS 33. Auf dieser hatte er vor der Meisterschaft nur 5 Starts und insgesamt 20h.

Direkt am ersten Wertungstag gelang ihm allerdings der Tagessieg mit 123.30 km/h über die 600 km große Aufgabe. Danach gelang es ihm, an jedem der 6 Wertungstage, auf dem Podium zu stehen.
An den Tagen 2 und 3 erreichte er gute dritte Plätze mit 111 und 116 km/h Schnittgeschwindigkeit. Tag 4 wurde dann durch eine Streckenwertung definiert. Keiner der 15 Piloten konnte die 507 km große Aufgabe beenden. Petri allerdings gelang die größte Strecke mit 433 km an diesem Tag. Nach Abzug des Indexes blieb ihm dann der zweite Tagesplatz sicher. An Tag 5 konnte Petri die 33 dann noch einmal von der Leine lassen und mit 111 km/h und 4 km/h Vorsprung den Tagessieg erfliegen. Damit katapultierte er sich wieder zurück an die Spitze der Gesamtwertung. Wertungstag 6 war dann der letzte in Finnland. Hier erreichte er mit 117 km/h den Tagesplatz 2 und behauptete sich an der Spitze des Feldes.

Sein Feedback nach 6 Wertungstagen mit der AS 33:

„Das fliegen fühlt sich großartig und einfach an. Ich bin sehr beeindruckt wie sich das Flugzeug beim Thermikfliegen verhält und wie gut es die hohe Flächenbelastung verträgt. Ich habe gehört dass die anderen Teilnehmer, an manchen Tagen, Probleme mit turbulenten Aufwinden hatten. Ich hatte mit der 33 allerdings keine Probleme mit engen Kurven und Aufwinden. Insgesamt hat man das Gefühlt, dass keine Kompromisse gemacht werden müssen, um mit höherer Flächenbelastung zu fliegen. Eigentlich eher im Gegenteil, denn ich bin jeden Tag mit 600 kg geflogen.“

Glückwunsch vom gesamten Team nach Finnland!

Petri Sucksdorff in der AS 33 - Foto von  Katja Soikkeli

Petri Sucksdorff in der AS 33 - Foto von Katja Soikkeli

Link zur Wertung:

Soaring Spot :: Räyskälä Masters 2021 / Purjelennon SM 2021